Nachrufe auf 10 Jahre Dörnberger Festspiele 2018

 

 

Svenja Dürrbeck, Holzheim

Darstellerin 2012 - 2014, ehrenamtliche Mitarbeiterin

Das volxtheater hat unser ländliches Erleben bereichert wie kaum ein anderer Ort, und wer sich erstmal überwunden hat, den Weg raus ans "Ende der Welt" auf sich zu nehmen, und sich an die wildwechselvertrauten Straßen und Wege heran traute, konnte was erleben und etwas reicher nach Hause kommen - reicher an verrückten Einfällen, bunten Sichtweisen, neu inspiriert und von so manchem Lachen und so mancher Träne tief beseelt.

In meinem Kopf haben sich Momente eingebrannt, zB. summe ich hin und wieder diese Melodie aus der Inszenierung von Katharina von Bora, nach zwei Malen als Gast hat die- ses Lied bei mir irgendwie ein eignenes, neues Zuhause gefunden. In den Kursen und bei den verschiedenen Proben habe ich sehr viel gelernt, besonders über mich selbst.

Das volxtheater war - oder ist - für mich: Thekendienst im Scheunen-Schummer-Licht, Blümchenvasen und leuchtende kleine bunte Gläser in der Mauer und den Tischen, liebe- volle Details übers Gelände versteckt, Abende voller Poesie und positiver Energie, barfuss tanzen im Saal, zuhause müde und voller Eindrücke ins Bett fallen.

Das Wunderbare an diesem Abschied ist ja auch: ohne die vielen Menschen, die mit an- gepackt haben, wäre es nicht möglich gewesen, so viele schöne Abende dort zu verbrin- gen. Das heisst auch, dass jede und jeder seine schönsten Erfahrungen und Erinnerun- gen an den Flair und die Atmosphäre mit sich trägt und mit seinen eigenen Ideen und sei- nem Dabeisein auch mit gestaltet hat. Und dadurch kann auch andernorts aus diesen Er- innerungselementen und der Kreativität der Menschen etwas ähnliches schönes und viel- leicht doch auch ganz anderes wachsen, für andere Anlässe, an anderen Orten.

Das volxtheater hat viele Menschen reicher gemacht.

 

 

Sofia Blind, Übersetzerin & Thomas Kohl, Maler, Geilnau/Düsseldorf

Fördermitglieder

Anspruchsvolle zeitgenössische Kulturveranstaltungen, und das im Dorf? Auf dem Land? Am Ende der Welt? Ja, das geht! Das volxtheater beweist es seit zehn Jahren, indem es Konzerte, Theateraufführungen, Bühnenkunst auf höchsten Niveau produziert. Es ist schmerzlich, dass es nun schließen soll. Es war und ist ein unschätzbar wichtiger Anzie- hungspunkt für die ganze Gegend, und ein Standortfaktor: Wer will, dass gut ausgebildete, chancenreiche, interessante Menschen in den Dörfern bleiben oder in dörfliche Gegenden ziehen, braucht genau das: Schatzkästchen wie das volxtheater, Orte der Kultur, der Be- gegnung, des Feierns! Es ist ein Jammer, dass das volxtheater geschlossen werden soll - hoffentlich findet sich doch noch eine Lösung für einen Neuanfang... Wir drücken fest die Daumen!

 

 

Eva Reck, Diez

Tourist-Information der Verbandsgemeinde, Besucherin

Sehr geehrter Herr Schneider, mit großem Bedauern hatte ich schon auf Ihrer Homepage gelesen, dass das volxtheater schließen wird. Ihre kleine, engagierte, unglaublich kreative Bühne hat große Kultur geboten und Identität weit über Dörnberg hinaus gestiftet! Wir sa- gen DANKE und werden das volxtheater vermissen. Mit den besten Grüßen und allen gu- ten Wünschen für Ihre Zukunft und für Ihren Weg auf zu neuen Ufern.

 

 

Bianca Sigg, Hofheim/Dörnberg,

Ehrenamtliche Mitarbeiterin

Ich bin vor rund 7 Jahren aus dem Rhein-Main-Gebiet hier nach Dörnberg gezogen, ganz zufällig gerade ums Eck vom volxtheater. Das volxtheater mit all seinen Menschen und Facetten haben mich sehr unterstützt beim Wurzelschlagen in der Esterau. Oft werde ich gefragt, wo ich denn jetzt wohne. Manchmal antwortete ich: in Dörnberg, am schönsten Ende der Welt und nicht selten ist die Antwort: ach da wo das volxtheater zuhause ist.

Hier sind Kreativität, Kunst, Lachen, Musik, Lebensfreude, Genuss, Schauspiel, Applaus und Tanz eine wundervolle Symbiose eingegangen. Ich werde dies sehr vermissen, wenn nicht doch ein neuer Weg gefunden wird, dieses Kleinod weiter zu entwickeln. Dann bin ich wieder dabei und helfe mit.

 

 

Matthias Frey, Apfelhof Bärbach

Musiker, Kollege und Besucher

Rochus Schneider hat mit seinem volxtheater und den dortigen Festspielen im wahrsten Sinne des Wortes etwas ins Leben gerufen. Einen Ort für lebendige Kultur und neues Wir- ken. Eine Werkstatt in der neue künstlerische Ideen und Konzepte entwickelt werden, wo sich Künstler und Publikum begegnen können und ein Austausch untereinander stattfin- den kann.

Kultur erleben ist Kommunikation im besten und direktesten Sinne.
Statt sie sich alleine - aus der Distanz - auf einem Bildschirm anzuschauen, ist der Besuch eines Theaters, eines Konzertes oder einer Ausstellung immer auch eine Begegnung von Menschen miteinander, ein gemeinsames er-leben. Das Publikum erlebt die Künstler beim kreieren und ist beim dynamischen und inspirierenden Prozeß der Entstehung dabei. Das ist echt und intensiv und tut unserer Menschenseele gut.
Wir sollten der Kultur und der Kunst mit Freuden einen lebendigen Platz in unserer Mitte geben!

 

 

Alice Berweiler-Kaufmann, Bad Ems

Gleichstellungsbeauftragte Rhein-Lahn-Kreis

Mit Bedauern habe ich der örtlichen Presse entnommen, dass „die Lichter im volxtheater“ ausgehen ( vorerst)! Sehr schade: Ein kreatives aber sicherlich auch immer unsicheres und aufreibendes Geschäft. ...
Gerne denken wir an die zurückliegenden eindrucksvollen Theaterabende, die Sie auch u.a. für die Gleichstellungstelle Rhein-Lahn auf die Bühne gebracht haben zurück. ... Wir sind gespannt mit welchen Überraschungen wir hoffentlich wieder von Ihnen hören? Alles Gute wünscht aus dem Kreishaus, Alice Berweiler-Kaufmann

 

 

Andrea Knieriem-Törner, Schönborn

Kommunikationswissenschaftlerin, Besucherin, ehrenamtliche Helferin

Die Dörnberger Festspiele haben das volxtheater in einen "magischen Ort" verwandelt, an dem Poesie, Kreativität und Fantasie im wahrsten Sinne des Wortes Gestalt angenommen haben. Die unterschiedlichsten Menschen, Altersgruppen und Charaktere haben hier als Künstler, Interpreten und Publikum zusammengewirkt - und so eigentlich auch ein Ge- samtkunstwerk geschaffen. Kunst und Kultur waren im volxtheater nicht abstrakt und dis- tanziert, sondern unmittelbar und nahe an den Menschen. Wenn nun der letzte Vorhang fällt und sich das eiserne Hoftor schließt, wünsche ich mir persönlich, dass uns und der Region diese kreative Kraft auf andere Weise, in anderer Form erhalten bleibt.

 

 

Dorothee Ott, Nastätten

Leiterin des Regionalmuseums Blaues Ländchen, Besucherin

Ich habe das volxtheater leider erst vor zwei Jahren „entdeckt“ durch den Kalender der Ka- lender-Girls. Zwei Aufnahmen sind in unserem Museum entstanden.
Das hat mich neugierig gemacht und zum Besuch des Varietöö Visionaire veranlasst. Die Veranstaltung hat mich so sehr beeindruckt, das es mir nicht leicht fällt, die richtigen Worte für ein Statement zu finden:

Das Varietöö Visionaire, ein wahrlich zauberhaftes und ganz bestimmt unvergessliches Erlebnis, hatte im volxtheater den perfekten Spielort. Die Inszenierung strotzte vor Kreati- vität, einem grandiosem Feingefühl für Komik und dem ganz großen Talent, die Besucher auf eine wunderschöne Phantasiereise mitzunehmen. Dafür kann ich mich nur von gan- zem Herzen bei Rochus Schneider und allen Mitwirkenden bedanken!

Das volxtheater ist eine herrlich ungewöhnliche Kultureinrichtung, dessen Ende unbedingt verhindert werden sollte.

 

 

Birgit Schümann, Hahnstätten

Hebamme, ehrenamtliche Helferin

Ich bin sehr traurig darüber, dass es keine Festspiele mehr geben wird. Für mich war dies ein Ort, an dem ich mich pudelwohl gefühlt habe, auftanken und sein konnte, wie ich bin. Hier habe ich wundervolle Menschen getroffen und eine inspirierende, freudvolle und be-

schwingte Zeit erleben dürfen. Von Herzen gerne habe ich mich ehrenamtlich eingebracht. Es ist ein einziger Jammer, dass etwas so Großartiges, Einzigartiges nicht in einem Maße gefördert wird, dass es weiter existieren kann. Ein Ort, an dem Menschen herzoffen und friedvoll zusammenkommen und glücklich diesen Ort wieder verlassen, sich schon auf die nächste Veranstaltung und das Treffen mit anderen Menschen freuen, wo gibt es dann so etwas noch? Nicht zu vergessen, was passiert mit dem Menschen, der mit unermüdlichem Engagement all dies geprägt hat, Rochus Schneider?

 

 

Birgit Heil, Limburg
Darstellerin 2009 -2010, Besucherin

Es fällt wirklich schwer zu glauben, dass jetzt nach all den vielen schönen Jahren Schluss sein soll mit den Festspielen, mit der verzaubernden Atmosphäre in Hof und Garten, den liebevollen Details in der Scheune ... und natürlich besonders dem sorgsam ausgewählten Programm.

Man merkt erst was fehlt, wenn es nicht mehr da ist und wie so oft wird die Mühe und der unermüdliche Einsatz der Menschen hinter einem Projekt leider nicht in aureichendem Maße unterstützt und gewürdigt. ...
Ich kann nur hoffen und wünschen, dass dieser Ort mit weiteren kreativen Menschen und Projekten in irgendeiner Art einen Fortbestand hat! Alles andere wäre ein großer Verlust für alle, die hier ein Stückchen Frieden und Freiheit erlebt haben.

 

 

Radu & Iulia Papu, Dörnberg

Besucher

Seit Jahren bedeutet es eine besondere Manifestation der Kultur, mit einem attraktiven und abwechslungsreichen Programm. Rechtzeitige und außergewöhnliche Präsentation von kulturellen Veranstaltungen.
Ihr wart eine echte Bereicherung! Bravo!!

Sehr schade dass ihr geht.
Hoffentlich findet ihr einen Weg weiter zu machen...Bis! Bis! Bis!

 

 

Susanne Modemann, Diez

Besucherin

Ich werde es sehr vermissen:
Die Fahrten über Land hinauf nach Dörnberg.
Den beeindruckenden Fernblick in alle Richtungen.
Entspannt Ankommen und dann eintauchen in die Welt des Theaters oder der Musik. Das Verweilen im romantischen kleinen Hof mit den Kerzen in der Bruchsteinmauer oder im zauberhaften Garten unter dem alten Nussbaum.
Die Fahrten zurück bei sternklaren Himmel mit erfüllten Herzen...
Ich bin froh es ein paar Jahre so erlebt zu haben , aber es hätte für mich immer so weiter gehen können...

 

 

Alfred K. Weber, Herold

2. Vorsitzender LandSchafftKultur e.V.

Für mich bedeutete ein Besuch in Dörnberg, ob im Saal des volxtheaters oder im „Grünen Wohnzimmer“, immer eine belebende Aufforderung, mich selbst, andere Menschen, die Welt, anders wahrzunehmen, beweglicher zu sein und über die eigenen Klischees und Denkgewohnheiten hinaus zu denken sowie die eigene Kreativität zu erleben.

Welch Wechselspiel allein die Theaterstücke zum Beispiel in einem auslösten – zwischen einerseits realistischem Erkennen der nüchtern und karg ausgestatteten materiellen Reali- tät des Bühnenbildes und andererseits der Hingabe an die Illusion der Wirklichkeit, die dieses Bühnenbild erzeugte! Wie wunderbar das eigene Nachvollziehen der einem bei diesem Wechselspiel abverlangten kreativen Leistung, die eine – fiktive – Realität aus der anderen – materiellen – zu bewirken! Zu erfahren, wie Dota dies bei einem ihrer zwei Auf- tritte in Dörnberg besang: „Die Welt ist was Gemachtes, und der Rest ist Utopie.“

Das war für mich das hauptsächliche Geschenk des volxtheaters und der Dörnberger Festspiele: erleben zu dürfen, dass Kultur einem ganz nahe kommen kann und mich nicht nur im übertragenen Sinne „bewegt“ hat, sondern ganz wörtlich, dass ich Dinge in meinem Leben zu verändern, und wirklich zu bewegen den Impuls erhielt, meine eigene Selbst- wirksamkeit verstärkt bekam, mutiger in die Welt treten konnte.
Bei meinen Gesprächen nach den Vorstellungen gewann ich den Eindruck, dass ich mit dieser Erfahrung nicht alleine stand, sondern es vielen anderen Besuchern ähnlich ging. Drum wünsche ich mir, dass diese wundervolle Stätte der kulturellen und sozialen Begeg- nung in unserer ländlichen Region dank entsprechender Unterstützung durch Politik und engagierte Mäzene erhalten bleiben kann.

 

 

Marcus Gemeinder, Lindenholzhausen

Pianist, Besucher, Akteur

Ich kenne keine andere Kultur-Location, die es so gut schafft, einander fremde Zuschauer so gut ins Gespräch zu bringen. Die Varietööös boten Programmpunkte auf absolutem Top-Niveau - und waren durch Nutzung der verschiedenen Bereiche im volxtheater selbst und Einbeziehung der Umgebung absolut einzigartig.

Mit dem volxtheater verlieren wir so etwas wie unser zweites Wohnzimmer - noch dazu ein überaus sympathisch bevölkertes.
Das volxtheater besticht trotz einfachster Mittel an jeder Ecke durch einzigartige Details, die sofort die Liebe, mit der sie geschaffen wurden, erkennen lassen. Mehr Charakter geht nicht.

Wir haben sehr viele wundervolle Stunden dort verbracht - im Saal, im Hof, an der Theke und vor allem unter dem riesigen Baum im absolut zauberhaften Garten. Wir werden das volxtheater schmerzlichst vermissen - mit ihm geht ein wertvolles Stück Heimat verloren. Rochus Schneider und allen anderen Beteiligten gebührt enormer Dank für alles, was den Gästen des volxtheaters geboten wurde.

Im volxtheater zu sein fühlte sich immer wie Zuhausesein an - nur bunter und lebhafter.

 

 

Heti Lohmann, Charlottenberg

Mitgründerin Frauenlandhaus Charlottenberg, ehrenamtliche Mitarbeiterin

LAND SCHAFFT KULTUR - vielseitig, großartig, besonders. Gestern. Heute. Morgen. Wei- ter. Danke.

 

 

Yannick Monot, Dörnberg-Hütte

Musiker

Das volxtheater ist seit zehn Jahren eine Oase für internationale Kultur und Völkerver- ständigung. Zudem ist diese Lokalität eine der urigsten und charmantesten Plätze in der ganzen Lahn Region!
Dank des unermüdlichen Einsatzes von Rochus Schneider und seinem freiwilligen Team, ist das Dorf Dörnberg in den letzten Jahren ein Begriff geworden, nicht nur für Publikum sondern auch für Kunstschaffende über die Grenzen von RLP hinaus.

Ob Theater oder Musik, das Ziel „Qualität statt Quantität“ hat sich gelohnt und die Liste der Künstler, die dort aufgetreten sind, ist ein klarer Beweis. Für mich als Zuschauer und Künstler ist das volxtheater eine Institution, die unbedingt mit Fördergeldern unterstützt sein sollte !

In einer Zeit, geprägt von Verdummung und Isolation durch bestimmte Medien und techni- sche Errungenschaften, haben wir trotzdem noch immer die Möglichkeit zu unterschei- den, was wir wirklich brauchen für unsere Lebensqualität. Deshalb hoffe ich, dass sich die verantwortlichen Gremien für den Erhalt des volxtheaters entschließen!

 

 

Ulla Bienefeld, Montabaur

Krankengymnastin, Besucherin

Das volxtheater war für mich in den vergangenen Jahren ein absoluter Garant für Kultur auf hohem Niveau in einem einmaligen, urigen Ambiente und Treffpunkt für weltoffene Musik-und Theaterfreunde von jung bis alt. Ein unfassbarer Verlust für die Region.

 

 

Monika Nolte & Robert Krieg, Bad Ems

Filmemacher, Besucher

Wir bedauern es sehr, dass Du die Festspiele und Deine Arbeit in Dörnberg aufgeben musst. Sie waren/sind toll! Wie beschissen die Situation, dafür keine ernsthafte und ver- lässliche Förderung zu erhalten.
So bitter das für Dich sein wird, der Rückblick und Dein Liebesbrief vermitteln auch das Gefühl der Wertschätzung des Geleisteten und eines guten Abschlusses. Wir wünschen Dir, dass sich Deine Zeit, Dein Engagement rundet in diesen letzten Festspielen, dass sie wunderschön gelingen und Du dann aufbrechen kannst zu neuen Ufern!

 

 

Mara Berzins, Charlottenberg

Vorsitzende Frauenlandhaus Charlottenberg, Besucherin

Uns tut es soooo leid, dass das volxtheater "von der Bühne" geht.

 

 

Milena Edinger, Balduinstein

Naturpädagogin, ehrenamtliche Helferin

Das volxtheater ist ein wahrer Genuss für alle Sinne und Kanäle - kulturell, kulinarisch, künstlerisch. Ein heilsamer Ort im Kreise von lebendigen Freunden, Menschen-begegnend und Herz-erwärmend.
Die Region trauert um das volxtheater. Ein wichtiger Anlaufpunkt von Menschen für Men- schen fällt weg. Sehr traurig.

 

 

Katja Tinius, Diez

Lehrerin, Darstellerin 2008 - 2014

Das volxtheater lässt einen aus dem Alltag entschwinden, bietet Raum zum Lachen, Wei- nen und Nachdenken. Raum zum eigenen Wachsen, auf der Bühne wie als Zuschauer.

 

 

Vera Egenolf, Balduinstein

Tierärztin, Besucherin

Originell, liebenswert, wir vermissen sie jetzt schon, die Dörnberger Festspiele!

 

 

Corinna Vogel, Langenscheidt

Besucherin

Theater und Musik auf dem Dorf zu haben ist wunderbar. Die Festspiele waren herrliche, lebendige Momente, die Location dazu ein Ort zum Träumen und Abschalten. Hier gab es Theater mit Liebe und Dabei-Sein-Atmosphäre und das werden wir arg vermissen.

 

 

Karin Netuschil, Weinähr

Fördermitglied

Es war ein schönes Abschiedsfest, voller Wehmut, aber auch Freude und guter Stimmung. Neben Danke und guten Wünschen für das VOLXTHEATER würde ich aber gerne dem Menschen Rochus Schneider ganz, ganz viel Glück und Sonne für seine persönliche Zu- kunft wünschen. Ich finde, das ist zu kurz gekommen. In diesem Sinne alles Liebe

 

Hans-Werner Gerheim, Geilnau

Verbandsgemeinderat Diez, Besucher

Eine Ära geht zu Ende. Sehr schade. Gerne haben meine Frau und ich in den vergange- nen Jahren die vielfältigen und interessanten Veranstaltungen im Volxtheater besucht. In den Pausen haben wir spannende Gespräche mit Künstlern und Gästen in der alten Scheune und im Garten erlebt und genossen. Ich möchte nur die „Kalendergirls“ und die vielen Auftritte von Yannick Monot in unterschiedlichen Besetzungen besonders erwähnen. Die außerordentlich gelungene und sehr gut besuchte Abschlussveranstaltung am 16. Juni mit den verschiedenen Musikrichtungen hat uns toll gefallen und den Abschied umso schwerer gemacht.


Abschiedsbrief

 

 

Liebe Mitglieder von LandSchafftKultur e.V.,

liebe Freunde des volxtheaters,

 

neun Jahren habe ich die Dörnberger Festspiele geleitet. Die 10. sind mein Abschied.

 

Die Festspiele waren kein Event. Sie waren nie kommerziell oder für oberflächliche Befriedigung geeignet. Ich wollte Kunst machen und das Gemeinwesen fördern. Meine Theaterarbeit war Motor um Kreativität zu entfalten. Sie ermöglichte Erfahrungen, um die eigene Persönlichkeit weiter zu entwickeln. Das Publikum nahm lebhaft daran Anteil. Ihnen boten die Festspiele sinnliche Erfahrung und Inspiration - und der Region innovative Impulse.

 

„Künstlerisches Theater auf dem Dorf“, das war gewagt. Doch Erfolg und Reaktionen des Publikums haben diese Idee bestätigt. Wieviele - z.T. weit angereiste Besucher und viele Künstler aus Berlin, Köln oder München - staunten über die Qualität des Dargebotenen und ließen sich vom Flair, dem spürbaren Spirit im volxtheater verzaubern.

 

Kunst und Kultur sind der Kitt jedes Gemeinwesens. Der ist „Not-wendig“. In einer auseinander driftenden Gesellschaft wie heute mehr denn je. Besonders für eine ländliche Region wie unsere. Ich bin nach wie vor von der Idee und dem Konzept von volxtheater und LandSchafftKultur e.V. überzeugt.

 

Die kulturinteressierten Bewohner der Region sollten sich im Klaren sein, dass es am Ende auf ihr Engagement ankommt, ob es ein anspruchsvolles, innovatives und inspirierendes Kulturangebot vor Ort geben wird oder ob man in Zukunft weitere Wege in Kauf nehmen muss, wenn man sich nicht in den Stadthallen unserer Region mit Kultur von der Stange zufrieden geben will.

 

Die Dörnberger Festspiele waren stets überdurchschnittlich gut besucht. Umso bedauerlicher, dass den Festspielen die Luft ausgeht: 

 

  • Weil das nötige Geld fehlt, z.B. um die Förderung des Landes vorzufinanzieren. 
  • Weil die Förderpraxis des Landes völlig unpraktikabel ist. 
  • Weil so das erforderliche Personal nicht finanziert werden kann.
  • Weil nach 10 Jahren Festspiele vieles leichter geworden ist, aber dennoch große Widrigkeiten zu bewältigen sind.

Die Höhe der Kulturförderung in Rheinland Pfalz steht bundesweit an hinterer Stelle.

Der Landkreis hat die Festspiele immer unterstützt, aber er hat es verpasst, dem erfolgreichen Projekt in Dörnberg, finanziell gleiche Chancen zu geben wie einem anderen großen Festival an der unteren Lahn, welches mit Star-Geigerinnen, internationalen Vortragsrednern und riesigen Plakatwänden glänzt, aber - meinem Eindruck nach - wenig mit den Menschen in unserer Region zu tun hat.

 

Ich komme aus einer Bauernfamilie, die seit Generationen im Westerwald beheimatet ist. Seit 25 Jahren praktiziere und reflektiere ich in der Region Kulturarbeit und kenne die Region und ihre Menschen gut. Es ist kein Fressneid, wenn ich kritisiere, dass unkonventionelle und innovative Ideen, der in der Region verwurzelten Kunstschaffenden von der Kommunalpolitik nicht ernst genommen werden. Aller Lippenbekenntnisse zum Trotz: Die Bedeutung künstlerischer Kultur-Angebote aus für die Entwicklung der Region wird völlig unterschätzt und oft ignoriert. 

 

Sie sind wertvoll und wichtig, die dörflichen Amateurtheater, Chöre, Dorf-Initiativen. Doch um die Region zu öffnen und weiter zu entwickeln brauchen wir künstlerische und sozio-kulturelle Angebote, die uns über den Tellerrand schauen lassen, die überregionale und internationale Künstler und künstlerische Ideen in die Region und mit den Menschen hier in Kontakt bringen, die sich gegenseitig  inspirieren - so wie es dem volxtheater gelungen ist.

 

Bürgermeister, Gemeinderäte, Vereinsvorsitzenden, Kreis- und Landespolitiker und vor allem Bewohner: Verabschiedet Euch von Kirchturmdenken, klammert Euch nicht an alte Strukturen, wenn sie nicht mehr funktionieren, hört auf, die Glut oder bloß die Asche zu hüten, sondern habt den Mut, das Feuer zu schüren.. 

 

Die Welt und unser Leben verändern sich rasant. Nahezu alles steht inzwischen unter dem Diktat der Ökonomie. Unser Gesellschafts- und Wirtschaftssystem droht in weiten Teilen ausser Kontrolle zu raten. Die Spaltung unserer Gesellschaft nimmt zu. Ganze Landschaften und Teile der Gesellschaft drohen dabei auf der Strecke zu bleiben. Auch unsere Region steckt in einem massiven Wandel. Wartet nicht darauf, dass unsere Dörfer und Städte veröden.

Nehmt es in die Hand! Wagt Neues! Sprecht mit Künstlern und Kreativen und unterstützt ihre Ideen. Sie bringen Innovation und neue Ideen. Das ist ihr Beruf. Lasst dem Feuer Luft.

 

Und arbeitet mit den Schätzen vor Ort: Unserer fantastischen Natur und der malerischen Landschaft. Hier am Ende der Welt finden sich größten Schätze unserer schnelllebigen Epoche: Stille, Natur und Langsamkeit.

 

Landauf landab sind es Künstler und kreative „Spinner“, die verlassene Höfe und Gasthöfe, Fabriken und aussterbenden Landstriche besiedeln. Sie sind genügsam, denn sie sind nicht reich. Sie gehen dorthin, wo es nichts gibt. Dort finden sie Raum, dem sie mit ihrer Kreativität Leben einhauchen. Sie schaffen Neues auf eine andere, eigene Art. Ihre unkonventionelle Art entspricht nicht der Norm. volxtheater und Festspiele, waren unkonventionell. Für die Kommunalpolitik vielleicht zu unkonventionell. 

 

Als Initiator der Festspiele habe ich einen solidarischen Finanzierungsweg versucht: 

Eine Graswurzel-Idee. Eine Art Crowd-Funding oder eine Art Kulturgenossenschaft:

Die Idee war einfach:

Wenn auf dem Land der Bedarf nach Kultur vorhanden ist, dort aber kein Kulturamt und kein Kulturetat existiert, finanzieren die Bürger ihre Kultur gemeinsam. 

Der gemeinnützige Verein LandSchafftKultur e.V. bot dazu die Plattform. Doch während in den Städten auf diese Weise tolle Projekte zustande kommen, hat diese Idee hier nur bei einen Bruchteil der Besucher verfangen. Es waren einfach zu wenige um den Festspielen eine sichere Basis zu verschaffen.

 

Viele Chancen, z.B. um die Dörnberger Festspiele finanziell besser auszustatten, konnten nicht genutzt werden, weil niemand dafür Verantwortung übernahm. Die Vielfalt der Aufgaben ist von einer Person nicht zu bewältigen.

 

10 Jahre lang habe ich das gesamte volxtheater-Anwesen für die Festspiele zur Verfügung gestellt und tausende freiwillige Arbeitsstunden in die praktische Vor- und Nachbereitung der Festspiele investiert. In Gespräche mit Presse, Politik, Sponsoren und Förderern, Helfern und Vereinsmitgliedern. Für Künstler und Helfer stand mein Haus während der Festspielzeit offen. 

Finanziell habe ich den Festspielen mit privaten Darlehen unter die Arme gegriffen. Nach 10 Jahren summieren sie sich auf einen fünfstelligen Betrag. LandSchafftKultur e.V. wird sie kaum zurückzahlen können. Damit ist meine rote Linie erreicht.

 

Mit den 10. Dörnberger Festspielen verabschiede mich als Künstlerischer Leiter und Geschäftsführer.

 

 

DAS SPIEL IST AUS

Die Festspiele gehen zu Ende. Es war es wert. Die Festspiele waren etwas Besonderes und ich danke allen, die mit mir gegangen seid, für Ihr Vertrauen, für Ihre Ermutigung und für Ihre Unterstützung, mit Kopf, Herz und Hand und mit ihrem Portemonaie. 

 

Mit vereinten Kräften haben wir vielen Menschen wertvolles geschenkt. Ich schaue mit Dankbarkeit und mit Stolz auf die Jahre zurück. Wer hätte es 2009 für möglich gehalten, dass die Idee sich so erfolgreich entwickelt?

 

10 Jahre Dörnberger Festspiele sollen nicht sang- und klanglos enden. Es sei Musik und Spiel und Tanz.

 

Ich lade Euch ein letztes Mal ein - diesmal um Abschied zu feiern.

 

 

Rochus Schneider

 

volxtheater Regisseur

Initiator und Leiter der Dörnberger Festspiele 2009 - 2018

 

 


Rückblick

Die Dörnberger Festspiele sind kein Event, nicht kommerziell oder zum Konsum geeignet. Sie zielen darauf, Kunst zu machen und Gemeinschaft zu fördern.

Die Theaterarbeit war der Motor der Festspiele. JedeR konnte hier neue Erfahrungen machen, die der Persönlichkeitsentwicklung dienten und die eigene Kreativität entfalten. Das Publikum nahm daran lebhaften Anteil. Die Festspiele boten Ihnen sinnliche Erfahrung und Inspiration  - und der Region innovative Impulse. 

✴  Über 20.000 Besucher in Dörnberg, Nassau und bei Gastspielen

✴  200 mal Theater, Konzerte, volxtanz, Lesungen, Varieté, Grünes Wohnzimmer u.v.m. 

✴  Internationale KünstlerInnen wie Giora Feidman, Burlesque-Revue oder Agora-Theater und wahre Local Heroes wie Viergeteilt, Yannick Monot, NervenSegen oder Veronika Todorova

✴  10 Festspiel-Inszenierungen mit jeweils bis zu 23 Aufführungen. Erfolgsstücke wie Adam & Eva, Männerhort oder Kalender Girls

✴  47 verschiedene DarstellerInnen zwischen 14 und 80 Jahren sowie zahlreiche TeilnehmerInnen und Teilnehmer in Theaterworkshops 

✴  Besucher aus Westerwald, Taunus, Rhein-Main-Gebiet, Marburg, Köln und Koblenzer Raum 

✴  Ein offenes, begeisterungsfähiges Publikum - Menschen aller Couleur und jeden Alters.

„Künstlerisches Theater auf dem Dorf“, die Idee war gewagt. 

Mit Gabriela Muntenbruch und unterstützt von den Gründungsmitgliedern des Trägervereins hat Rochus Schneider 2009 die Festspiele initiiert und auf den Weg gebracht. Sie waren Pioniere.

Das volxtheater wurde eine Marke. Der schnelle Erfolg und die Reaktionen des Publikums haben ihre Idee und ihr Engagement befeuert.

Das volxtheater ist einfach. Die Festspiele waren kreativ und haben ausprobiert, welche Formate und Inhalte für die ländliche Region passen, ohne auf Qualität  und Anspruch zu verzichten. Aus wenig ist oft Großes entstanden.  Zahlreiche - z.T. weit angereiste - BesucherInnen sowie KünstlerInnen aus Berlin, Köln, München und dem Ausland staunen über die vorgefundene Qualität des Dargebotenen und lassen sich - wie auch das Publikum - vom besonderen Flair, dem spürbaren Charme des volxtheaters mit all seiner Einfachheit bezaubern.

LandSchafftKultur e.V.,  Träger der Festspiele verfolgte ein solidarisches Konzept:

Das eigenverantwortliche gesellschaftliche Engagement selbstbewußter Bürger.

Dem lag folgende Schlussfolgerung zugrunde:

  1. Auf dem Land gibt es den Bedarf nach Kultur. 
  2. Dort gibt es kein Kulturamt und keinen Kulturetat. 
  3. Also machen und finanzieren pro-aktive Bürger ihre Kultur selbst 
  4. und beauftragen einen erfahrenen Kulturschaffenden mit der Durchführung.

Kunst und Kultur sind der Kitt, der Dünger eines Gemeinwesens. Sie sind „Not-wendig“ in einer auseinander driftenden Gesellschaft. Das gilt heute mehr denn je und besonders für eine ländliche Region wie das Nassauer Land. Dass die hoch gelobten und in der Regel gut bis sehr gut besuchten Festspiele keine ausreichende und verlässliche öffentliche Finanzierung erfahren und deshalb nach 10 Jahren schließen, ist für die Menschen vor Ort ebenso bedauerlich wie für die Region insgesamt. Ihre Impulse werden Früchte tragen. 

Der Einsatz und das großzügige Engagement von Künstlern, Spendern und Sponsoren hat viel bewirkt: Sie haben vielen Menschen von nah und fern wertvolle Sinneserfahrungen beschert, haben ganz unterschiedliche Menschen zusammen gebracht, haben ihnen glückliche Augenblicke geschenkt, sie immer neu verzaubert, ihnen nährende Begegnungen und Erlebnisse ermöglicht und für 10 volle Jahre das Kulturangebot der Region bereichert. 

Darauf dürfen wir Stolz sein.

Seit 30 Jahren macht Rochus Schneider Kultur - auf, hinter und vor der Bühne: Zunächst als Musiker, später als Artist und Schauspieler und zuletzt als Regisseur und Festspielmacher. Die Dörnberger Festspiele waren sein bisher größtes, risikoreichstes, nachhaltigstes und wertvollstes Projekt. Da ist sehr viel Herzblut hinein geflossen. Viele Künstler, ebenso wie Menschen aus der Region, Darsteller, Helfer, Vereinsmitglieder, Spender und Sponsoren haben zusammen auf diese Idee gesetzt und ihm als Festspiel-Leiter, Regisseur und Vorsitzender des Trägervereins LandSchafftKultur e.V. ihr Vertrauen geschenkt. 

„Ich danke allen, die meine Arbeit in den 10 Jahren begleitet und unterstützt haben.“ 

 

Rochus Schneider

Initiator und Künstlerischer Leiter der Dörnberger Festspiele


CROWDFUNDING - SPENDEN FÜR DIE FESTSPIELE

 

 

Spenden für die Festspiele

Finanziert werden die Festspiele in diesem Jahr ausschliesslich durch Spendern und Sponsoren  Je mehr bis Ostern in den Festspiel-Topf hinein fließt, desto besser und umfangreicher wird das Programm.

Wir sind gemeinnützig. D.h., für jede Spende gibt es eine Spendenbescheinigung, die steuerlich geltend gemacht werden kann.

Je nach Spendenbetrag revanchieren wir uns mit unterschiedlichen Dankesgaben:

Spende bis 25 €

SpenderInnen erhalten das Programm kostenlos zugesandt und einen Getränkegutschein.

Spende bis 49 €

SpenderInnen erhalten ein Ticket zum halben Preis und das Programmheft per Post.

Spende ab 250 €

SpenderInnen erhalten alle Tickets zum halben Preis und das Programmheft per Post.

Spende ab 500 €

SpenderInnen haben freien Eintritt zu allen Veranstaltungen und erhalten das Programmheft per Post. 

Bankverbindung Festspiel-Topf:

LandSchafftKultur e.V.   Nassauische Sparkasse.  

DE95 5105 0015 0630 2462 62

Stichwort: "Festspiel-Spende" (Bitte mit Anschrift)

 

Werbeanzeigen fördern die Festspiele

Darüber hinaus bietet unser Programmheft gute Werbemöglichkeiten für Sponsoren. Eine  Werbeanzeige im Programmheft fördert die Festspiele. Anzeigenschluss ist am 10. April 2018.

Die Anzeigen-Preisliste mit den Größenangaben der Anzeigen gibt es als Download.

Fragen beantwortet das Festspielbüro unter 06439 - 92 997 92 oder info@volxtheater.de.


Varietöö Visionäire - Varieté der Sensationen

Ein Erlebnisbericht von Andrea Knieriem-Törner 

 

Eine Sensation ist, der ureigentlichen Wortbedeutung nach, nicht nur ein Aufsehen erregendes, unerwartetes Ereignis, sondern auch eine subjektive Glücksempfindung. Beides bot das Varietöö Visionäire, als einer der diesjährigen Höhepunkte der Dörnberger Festspiele, seinem Publikum in mannigfaltigster Weise.   

Denn das erlebte einen Sommernachtstraum aus augenzwinkernder Komik mit der spontanen Kraft des Nicht-Perfekten, mit fröhlich-lebendiger, aber auch zauberhaft meditativer Musik und atemberaubender Akrobatik. Vom ersten Moment an verschmolz das Varieté im malerischen volxtheater-Garten zu einer einzigartigen Symbiose von Besuchern, Künstlern und den Handlungsorten,. Denn mit Hilfe der Marching Music des großartigen Berliner Wallahalla Orchesters wagten sich die Gäste im Laufe des Abends weit über die Grenzen des  volxtheaters hinaus, in die Straßen Dörnbergs. Aus diesem Zusammenspiel entstand ein wahrhaft dialogisches Kunsterlebnis unvergleichlicher Art.

Endlich wieder einmal staunen, wie ein Kind konnte man bei Hacki Gindas rasanter und von langer Hand vorbereiteter Raubtierdressur. Im wahrsten Sinne des Wortes abgeholt wurden die Gäste dann durch das Varieté-Orchester, dessen mitreißende Musik jedwede Moderation überflüssig machte: Die Gäste folgten intuitiv den Klängen – und waren damit jederzeit im Mittelpunkt des Geschehens.  

Extravagant, halsbrecherisch und voll „fronzösischen Esprii‘s“: Sileas Flaschenakrobatik. Ein traumhafter Pas de deux voller Zu- und Abwendung: die Jonglage von M. Lilley und Cortes Young. „Mit Links“, tollkühn und voll improvisierter Leichtigkeit bewältigte Cortes Young seine Schlagzeug-Jonglage.  

Nach diesem fulminanten Percussion-Feuerwerk boten sich den Besuchern im volxtheater-Garten zu den meditativen Klängen der von Uwe Wagner gespielten Hang zwei weitere, zauberhafte Höhepunkte:   

Die - mit ihrem riesiger Schatten auf den Mauern der barocken Kirche im Hintergrund schon fast mystische Performance der Schlangenakrobatin Naila Buschmann und Silea’s grandiose artistische  Balance auf dem Seil.

Das dieser Abend einfach nie vorbeigehen würde – dieser Wunsch wurde den Zuschauern leider nicht erfüllt. Dafür endete er mit einer weiteren stillen Sensation: Hoch oben, unter dem Blätterdach des großen Nußbaums, einzig gehalten von seinen starken Ästen, bot Silea, scheinbar schwerelos mit tänzerischer Leichtigkeit am Vertikaltuch Luftartistik vom Feinsten, live begleitet durch die poesievollen Klänge von Geige und Kontrabass. 

Zum Finale rief Rochus Schneider - Initiator und Choreograf dieses zauberhaften Abends - Artisten, Musiker und die Helfer-Crew noch einmal vor das Publikum. Sie kamen jeweils mit einem Instrument und vereinten sich mit der Band zum Abschluss zu einem großen Orchester.

Auch im zweiten Jahr bot das Varietöö Visionäire wieder weit mehr als ein Gentleman-Varieté der alten Schule. Gelungen kombinierte es die - von Niveau und Gestaltung - außerordentlich anspruchsvollen Darbietungen mit den vielfältigen örtlichen Gegebenheiten des volxtheaters und seiner Umgebung.

Lachen, staunen, sich verwundern, schwelgen und tief ergriffen sein – all‘ dies war möglich an diesem wirklich ganz besonderen Abend in Dörnbergs volxtheater. Sich bald wiederzusehen, diesen Wunsch gab Rochus Schneider den Gästen im Namen des Trägervereins LandSchafftKultur mit auf den Weg.  

 

Wiederzukommen und auch die Dörnberger Festspiele mit helfender Hand aktiv mitzugestalten – dafür steht begeisterten Freunden des volxtheaters, so seine Worte bei der Verabschiedung, die Tür immer offen.



"HERR KÄTHE" begeistert auch in Hadamar

Am 26. Juni gastierte die Festspiel-Inszenierung UNGEHALTENE REDE EINER UNGEHALTENEN FRAU in der Stadthalle in Hadamar. Eingeladen hatte die Evangelische Kirchengemeinde anlässlich des Luther-Jahres. Trotz mehrerer Parallel-Veranstaltungen in Hadamar selbst konnten wir uns über die Zahl der Besucher nicht beklagen. Wir hatten volles Haus und hinterließen begeisterte Zuschauer. Ein weiteres Gastspiel steht am Sonntag, dem 15. Oktober um 18.00 Uhr in Diez an. Anlässlich des "Internationalen Tags der Frauen in den ländlichen Gebieten" haben uns die Landfrauen des Rhein-Lahn-Kreises in die Aula des Sophie-Hedwig-Gymnasiuns eingeladen. Es ist die letzte Gelegenheit das Stück zu sehen. Tickets gibt es im Kreishaus in Bad Ems und im Festspielbüro unter 06439-92 997 92 oder tickets@volxtheater.de. Siehe unter dem Reiter "Programm" auf dieser Website.


Liebes Publikum,

es ist höchste Zeit, euch etwas zu gestehen: Soo, wie ihr uns auf der Bühne nicht aus den Augen lasst, haben auch wir „ein Auge auf euch geworfen“. in euren Gesichtern ist zu lesen: ein Besuch im volxtheater begeistert, inspiriert, beglückt, regt an, berührt – und das ist in Zeiten, in denen die Welt immer unwirklicher wird, etwas ganz Besonderes! Das soll so bleiben. Aber es ist nicht selbstverständlich! Das volxtheater ist ein lebendiger Ort. Deshalb muss auch er sich verän-dern, um nahe an euch, unseren Gästen, zu bleiben und für euch schöne und eindrucks- volle Momente zu schaffen.

Es ist höchste Zeit, zu reden: Kultur ist keine Einbahnstraße, sondern gelebter Dialog. Wir wollen in diesem Jahr im Grünen Wohnzimmer und beim monatlichen Festspieltreff mit euch ins Gespräch kommen und herausfinden, wie die Zukunft der Dörnberger Festspiele aussieht. Denn auch für den Trägerverein LandschafftKultur e.V. stehen Veränderungen an: Rochus Schneider, der als Regisseur, Theaterlehrer und Systemcoach neben dem volxtheater eine Reihe weiterer Projekte betreut, wird sich Mitte des Jahres aus dem Vorstand zurückziehen. Als Mitglied und in seiner Funktion als Künstlerischer Leiter bleibt er dem Verein jedoch erhalten.

LandschafftKultur ist offen für neue ideen. es ist ein Aufruf an Jung und Alt: Du willst, dass es hier in der Provinz Kunst und Kultur gibt? Dann gestalte Deine Welt und Deinen Lebensraum aktiv mit! Hier hast Du die Chance: Aktiv werden, interessante Menschen treffen, eigene Talente und Ideen einbringen – und dazu beitragen, die Festspiele zu einem Ort zu machen, an dem man einfach Mensch sein kann! hier wirst du gebraucht!

Mit unserer Liebe zum Theater präsentieren wir im Lutherjahr die UNGEHALTENE REDE EINER UNGEHALTENEN FRAU – neu gemacht. In dem Stück liest „Frau Käthe“ ihrem Alten die Leviten. Kein Historienschinken, sondern die eindringliche Rede einer starken Frau.

Zwischen Dorf und Dada lockt das sommer- nachts-Varieté VARIETÖÖ VISIONÄIRE mit frischen Artisten und dem beliebten Wallahalla-Orchester. Lauft euch schon mal warm!

Straßen-Theater könnt ihr ab Mai ausprobieren. In dem Workshop gehen wir tatsächlich „auf die Gass“ und schaffen auf unterhaltsame Weise neue Perspektiven – fürs Publikum und uns selbst. Das wird spannend.

Wir laden euch wieder herzlich ein und freuen uns auf euren Besuch.

Euer Team von LandSchafftKultur 


Wir brauchen Dich

Festspieltreff
29. Mai 2017 | 19.30 - 21.30 Uhr im volxtheater

Wie entsteht, was im volxtheater geht? Der monatliche Festspiel-Treff ist das Forum für Kulturinteressierte: In seinem Rahmen entwickelt ein agiles Team Ideen für die Dörnberger Festspiele und organisiert Theater, Konzerte, Lesungen, Varieté, das Grüne Wohnzimmer u.v.m. Die Festspiel-Treffs haben es aber auch zum Ziel, Interessenten Einblick zu geben und neue Akteure zu gewinnen, die das wertvolle Kulturangebot in der Region weiter entwickeln. Also: Dabei sein ist angesagt! Wir sind offen für Deine Ideen. Jede und Jeder kann mitmachen! Du musst kein Vereinsmitglied sein. Komm einfach zum nächsten Festspieltreff – wir freuen uns auf dich!


Theater machen

Das volxtheater bietet vielfältige Möglichkeiten auf der Bühne oder hinter den Kulissen mitzuwirken.

volxtheater-Regisseur Rochus Schneider hat an der renommierten École de Theater international Jacques Lecoq in Paris studiert. Seine ressourcen-orientierte Theaterarbeit fördert die Entdeckung und Entwicklung persönlicher Potentiale. Es ist bewegungsorientiert, emotional und künstlerisch. Die volxtheater-Inszenierungen haben einen ausgezeichneten Ruf. Geboten werden professionelle Regie, einen etablierten Spielort. Zeit für intensive Proben und Aufführungen sind erforderlich. Langfristiges Engagement ist erwünscht.

volxtheater-Compagnie
Das volxtheater sucht ambitionierte Amateure als Darsteller für lebendiges Theater auf hohem Niveau. Auch ehemalige Profis, Musiker, Tänzer sind willkommen. Schauspiel-Training unter professioneller Leitung, abwechslungsreiche Spielformen, aktuelle Themen und anspruchsvolle Stoffe versprechen ein intensives künstlerisches Erlebnis.


Theater-Projekte - Learning by doing   Inszenierungs-Projekte führen Amateure mit und ohne Vorerfahrung hin zum Spiel auf der Bühne. Sie umfassen qualifiziertes Schauspieltraining, professionelle Regie und persönliches Coaching. Aufführungen mit Reflektion und darstellerischer Aufarbeitung sind wesentliche Teile des Lernprozesses. Dazu bietet das volxtheater ein etabliertes Setting und die geeignete Ausstattung. Die Teilnahmegebühr richtet sich nach Umfang des Projekts und der Anzahl der Aufführungen.

Durchführung externer Theaterprojekte und Regiearbeiten auf Anfrage

 

Theater-Workshops  Vom Schnuppertag über die einwöchige Sommerakademie bis zum Jahreskurs. Angeleitet von dem erfahrenen Theaterlehrer und Regisseur Rochus Schneider kann sich jede und jeder dem Spiel auf der Bühne auf seine Weise nähern.

Externe Workshops und Seminare auf Anfrage.

 

Privat-Unterricht und Coaching  Für die Vorstellung an der Schauspielschule, zur Verbesserung des persönlichen Auftritts, für das persönliche Wachstum, zur Horizonterweiterung oder zur Entwicklung persönlicher Ressourcen bietet Rochus Schneider individuellen Unterricht und Coaching für Einzelpersonen in Schauspiel, Präsentation, Ausdruck, Körpersprache und Stimme.

 

Hinter den Kulissen   Licht- und Tontechnik fahren, Veranstaltungen filmen, Kostüme kreieren oder zusammen stellen, die Darsteller Schminken, Requisiten oder Bühnenbild gestalten. Theater hinter den Kulissen ist fast so spannend wie auf der Bühne. Eine ganz andere, spannende Perspektive. 

Das volxtheater sucht engagierte MitarbeiterInnen für alles drumherum. Geboten wird eine offene Atmosphäre und ein freundliches Team.

Kontakt volxtheater: 06439-92 997 92

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Grabiele mit Schirm

Am Ende des Weges ... ein Abschied

Es war eine lange Reise. Unter dem Namen volxtheater haben Gabriela Muntenbruch und Rochus Schneider Stücke inszeniert, Kultur-Projekte konzipiert und geleitet, Theater, Tanz und Artistik gelehrt. 2009 haben sie gemeinsam die Dörnberger Festspiele etabliert. Acht Jahre lang haben sie im eigenen Haus die Dörnberger Festspiele ausgerichtet und ihr Anwesen dem Gemeinwesen für die Kultur zur Verfügung gestellt. Ein Wagnis ohne Netz und doppelten Boden.

Wie viele Künstler unserer Tage war ihr sozio-kulturelles Engagement von Ungewissheiten und Durststrecken begleitet. Das Ringen um Fördermittel, Sponsoren und Mitarbeiter haben sie Improvisationstalent und Gelassenheit gelehrt und sie manches mal an Grenzen geführt. 

Das volxtheater ist zur Marke geworden. Die Dörnberger Festspiele sind inzwischen weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt. Mit der Veranstaltungsreihe OrangeArt haben sie Nassau gerockt. 

Jetzt geht der gemeinsame Weg zu Ende. Zum Ende der Saison verabschiedet sich Gabriela Muntenbruch als künstlerische Leiterin der Festspiele und des volxtheaters. Ihre wundervollen Auftritte beim Varietöö Visionäire waren ihr Abschiedsgeschenk an Publikum und volxtheater. Ihre Inspiration, ihre fantasievollen Dekorationen aus der Natur, ihr Spiel und ihre Erscheinung werden fehlen.

LandSchafftKultur e.V. dankt Gabriela für ihre inspirierende künstlerische Arbeit für ihre Freigebigkeit und ihr liebevolles Wirken. Auf diese Weise hat sie das volxtheater geprägt. Danke ihr für die bewegte, bewegende und wertvolle Zeit und für das, was wir miteinander schaffen durften.


volxtheater - ein Ort mit Flair für private Feste

Im einzigartigen Flair des volxtheaters lässt sich entspannt feiern. Ein Ort von besonderer Magie. Und ein idealer Platz für außergewöhnliche Geburtstags-, Familien- oder Betriebsfeiern – einfach und naturnah –

Wer eine echte Alternative zum 08/15-SchickiMicki-Event sucht, ist im volxtheater genau richtig. Auf Wunsch sorgt das volxtheater für die künstlerische Gestaltung, bucht Künstler und Catering und schafft die passende Dekoration – bis hin zum RundumsorglosPaket. – Inklusive spontanem (nächtlichen) Badeausflg zum idyllischen Herthasee.
Vielfältige Übernachtungsmöglichkeiten fiden sich in unmittelbarer Nähe: Einfach, luxuriös oder speziell. Vom Campingplatz am Fluss oder dem naturnahen Reiterhof über die 5-Sterne-Pension, dem historischen Edel-Hotel bis zum stylischen Hideaway auf dem Land.

Kontakt: 06439-92 997 98


Das volxtheater im SWR-Fernsehen

Dörnberg hat vier "Stadtteile": Dörnberg, Dörnberg-Hütte, Kalkofen und  Dörnberg Mitte. In Dörnberg Mitte liegt das volxtheater. Direkt neben der barocken Bruchsteinkirche an der Hauptstrasse.

Die Hauptstraße ist eine Sackgasse und doch dreht sich das Dorf um diese Achse. Einen ganzen Drehtag verbrachte das Fernsehteam des SWR bei verschiedenen Künstlern, die hier leben. Heraus kam ein spannendes Porträt über das RuhdicHaus des Gunnar Zessel als „Secret escape“, über die Bildhauerin Jutta Reiss auf o-pica-pau, über die Patisserie von Jeanette Greub-Hofmann und natürlich über das volxtheater. Die Sendung wurde am 31. März 2015 in SWR 3 ausgestrahlt.

Schaut selbst:   SWR-Beitrag
http://www.swr.de/landesschau-rp/hierzuland/doernberg-hauptstrasse/-/id=100766/did=15118618/nid=100766/1y3ti8j/index.html